Beispielhaftes Konzept für ein mehrteiliges Schulprojekt

1. Vorwort

In den letzten Jahren berichten die Medien vermehrt über den Einsatz von Tieren, insbesondere Hunde und Pferde, in der pädagogischen, therapeutischen und medizinischen Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Als Vorläufer dieser Entwicklung gilt die Organisation "Delta Society" in den USA.

"Soziales Lernen mit Hunden"

Besonders Hunde sind für den Einsatz in sozialen, pädagogischen, medizinischen und psychiatrischen Arbeitsfelder sehr geeignet. Hunde haben ähnliche soziale Strukturen und Bedürfnisse wie wir Menschen. Sie sind sehr einfühlsam, anpassungsfähig, suchen Kontakt zu anderen Sozialpartnern, sie genießen Aktivitäten mit Menschen (z.B. spielen und schmusen). Sie können Gefühle durch Gestik und Mimik ausdrücken und spiegeln Verhalten und Gefühle des Menschen direkt wieder. Hunde können sehr schnell zu verschiedenen Menschen Kontakte aufbauen und motivieren zur Kontaktaufnahme zwischen den Menschen. Hunde benötigen sehr klare Strukturen, Grenzen und Anweisungen und fordern diese gerade zu heraus.

Nach mehrjähriger Erfahrung mit dem Einsatz von Hunden insbesondere an Grund- und Sonderschulen sind die Ergebnisse ausschließlich positiv. Die Kinder freuen sich auf die regelmäßigen Projekteinheiten, sie haben schnelle und klare Erfolgserlebnisse im Umgang mit den Hunden, die Hunde bieten Gesprächsstoff und zahlreiche kreative Ideen zum Thema (z.B. Hundegeschichten schreiben, Hundeleinen flechten u.v.m.), Hunde motivieren zur Bewegung, das Gruppengefühl verbessert sich, die Gefahr von Beißunfällen mit dem eigenen oder fremden Hunden sinkt drastisch u.v.m.

2. Projektziele

Die Ziele des Projektes sind sehr vielfältig und lassen sich vielleicht am besten anhand von zwei Einordnungen darstellen:

a) soziales Lernen mit Hunden und

b) theoretische und praktische Wissensvermittlung über den Umgang mit Hunden.

2.1. Soziales Lernen mit Hunden

Im Bereich des sozialen Lernens bieten die Therapiehund-Projekte viele Möglichkeiten und Ziele. Das eine detaillierte Beschreibung den Konzeptrahmen sprengen würde, begnüge ich mich mit einem Querschnitt der potentiellen Handlungsansätze und Ziele.

2.1.1. Verbesserung der Gruppensituation & Integration von Kindern in das Gruppengefüge

Erfahrungsgemäß erzählen die Kinder im Zusammenhang mit Hunden und Hundehaltung viel über die eigene Geschichte, die Familie und häusliche Situation. Hier kommen die Kinder untereinander in Gespräche und entdecken häufig Gemeinsamkeiten (alleinerziehende Elternteile, kranke Familienmitglieder, Eltern haben wenig Zeit usw.). Bei Bedarf können einzelne Themen gezielt aufgegriffen und in der Gruppe oder nachgehend im Einzelgespräch erörtert werden.

Durch die gemeinsame Beschäftigung mit den Hunden entstehen ganz andere Möglichkeiten der Kontaktaufnahme der Kinder untereinander.


2.1.2. Erkennen, Befriedigen und Rücksichtnahme von/auf Bedürfnisse anderer Lebewesen

Hunde sind soziale Lebewesen, die, anders als ihr Vorfahre Wolf, nie richtig erwachsen werden, sie bleiben sozusagen immer Abhängige vom Menschen.
Hunde zeigen ihre Bedürfnisse sehr deutlich, die Kinder werden dazu angehalten, die Körpersprache des Hundes genau zu beobachten. Außerdem erfahren sie auch theoretisch vieles über die Bedürfnisse von Hunde und klare Grenzen und Regeln im Umgang mit Hunden allgemein und den Projekthunden im Besonderen. Im Rotationsverfahren sind die Kinder eigenverantwortlich für kleine Aufgaben zuständig, z.B. Wasserdienst oder Füttern. Selbstverständlich ist hier immer der verbale Transfer der Thematik auf das menschliche Miteinander Teil des Lernens.
 

2.1.3. Strukturen, Grenzen und Regeln

Hunde brauchen und suchen klare Grenzen und Regeln, bekommen sie diese nicht, spiegeln sie das schnell und direkt (z.B. durch Verselbständigung), die Kinder lernen im Umgang mit den Hunden, diesen klare Grenzen und Regeln zu setzen, erfahren aber auch, das ihr Sozialpartner eigene Grenzen hat und diese beachtet wissen will. Hunde lieben klare, wiederkehrende Strukturen, sie wiederholen gerne. Je mehr Struktur, desto glücklicher der Hund - das können Kinder sehr schnell im Umgang mit den Hunden lernen, in Gesprächen findet der Transfer in das menschliche Leben statt.
 
2.1.4. Hunde als Vermittler und Eisbrecher

Hunde dienen als Eisbrecher. Gerade Kinder, die sich im Umgang mit anderen Menschen eher zurückhaltend geben, erleben über die Anwesenheit eines (vertrauten) Hundes eine Möglichkeit, sich Menschen in ihrem Umfeld zu nähern und zu öffnen. Der Hund bietet ein interessantes Gesprächsthema und vermittelt, wie wissenschaftliche Untersuchungen ergeben haben, eine positive Gesprächsatmosphäre. Für viele Kinder ist ein Hund bei angst-behafteten, schwierigen Gesprächen ein stiller Verbündeter, der ihnen Sicherheit gibt und ihnen manchmal so erst die Möglichkeit eröffnet, über sensible Themen oder negative Geheimnisse zu sprechen.

2.1.5. Hunde geben Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein

Die Erfahrung, einen (großen) Hund "im Griff" zu haben, ihm Anweisungen zu geben, die dieser umsetzt, bietet schnelle und deutliche Erfolge. Hunde achten nicht auf Äußerlichkeiten, Sprachfehler oder Ähnliches. Sie reagieren auf das ihnen entgegen gebrachte Verhalten.

Kinder merken schnell, dass sie von Hunden so akzeptiert werden, wie sie sind, was schnell dazu führt, dass die Klassenkameraden feststellen müssen, dass vielleicht gerade ein Außenseiterkind einen besonders enges Verhältnis zu einem der Projekthunde aufbauen kann.

2.1.6. Hunde bauen Ängste ab und helfen, Hindernisse zu überwinden

Vielleicht mag ein Kind in seiner Gruppe etwas nie ansprechen, aus Angst ausgelacht zu werden. Mit einem Hund an der Seite gelingt so etwas häufig viel besser. Der Hund kann auch zum Postboten werden, Wünsche, Sorgen oder Ängste können aufgeschrieben und in die Hundepacktaschen gelegt werden. Oder das Kind, welches nie im Mittelpunkt stehen mag und die Sorge darum vergisst, wenn es gemeinsam mit dem Hund der Gruppe etwas vorführt.

2.1.7. Motorische, sensomotorische, taktile, emotionale und kognitive Förderung

Wie ist es eigentlich mit einem Hund um die Wette zu laufen oder mal die eigene Hand in einem Hundefell verschwinden zu sehen? Wie fühlt sich so ein Hundekörper an, wenn man ihn abtastet? Was sind die Unterschiede zwischen einem Hundekörper und einem menschlichen Körper ??? Bei uns findet man es heraus und wird zugleich vielfach gefördert !

2.2. Lernen mit Spaß und präventivem Charakter

Wir vermitteln fundiertes Wissen rundum die Themen:

  • richtiger Umgang mit Hunden zur Vorbeugung von Beißunfällen

  • Wissen von und über Hunde, Hundehaltung und Haushundwerdung

Die Wissensvermittlung läuft möglichst praktisch, theoretische Anteile werden jedoch nicht vergessen.

2.2.1. Theoretische Wissensvermittlung

  •  Biologisches rund um den Hund

  •  Hundeaufgaben/-berufe

  •  Hunderassen

  •  Vom Wolf zum Haushund

  •  Bedürfnisse des Hundes

  •  Körpersprache des Hundes

  •  Gesundheit - Krankheit

  •  Kosten und Aufwand von Hundehaltung

  •  Zubehör rundum den Hund

  •  und vieles mehr


SocialDogs Hunde-ABC

Leider kommt es immer wieder vor, dass Menschen von fremden aber auch bekannten Hunden verletzt werden. Ein Teil unserer Bevölkerung fürchtet jede Begegnung mit Hunden. Auf der anderen Seite sind aber auch viele Menschen, insbesondere Kinder, in ihrer Freude am Hund zu forsch. Mit diesem Projekt vermitteln wir kleine und großen Menschen den richtigen Umgang mit Hunden sowie ein Basiswissen im Lesen hündischer "Körpersprache". Die Angst vor Hunden soll genommen, Unfälle vermieden und die Freude am Hund vermittelt werden.

Für wen ist das SocialDogs Hunde-ABC gedacht ?

Dieses Projekt richtet richtet sich an Kindergärten, alle Schulformen, Jugendzentren aber auch an Seniorengruppen und Einrichtung für Menschen mit geistigen und/oder körperlichen Behinderungen. Bei Interesse biete ich dieses Projekt auch als Multiplikatorenschulung für LehrerInnen, ErzieherInnen usw. an. Auf Wunsch kann ein Lehrer- und Elternabend organisiert werden. Um dem Wissensstand und den Möglichkeiten der jeweiligen Klasse gerecht zu werden, wird jedes neue Projekt individuell geplant und durchgeführt. Hierbei nehmen wir natürlich auf die Wünsche der jeweiligen Schule Rücksicht.
 

Welche Inhalte vermittelt das SocialDogs Hunde-ABC ?

Die Inhalte und der Ablauf ist auf das Alter der Teilnehmer, die Anzahl der Termine und die Gruppengröße abgestimmt.

Theoretische Wissensvermittlung

  • Biologisches Grundlagenwissen rund um den Hund
  • Hundeaufgaben/-berufe
  • Hunderassen
  • Vom Wolf zum Haushund
  • Bedürfnisse des Hundes
  • Körpersprache des Hundes
  • Kosten und Aufwand von Hundehaltung
  • Zubehör rund um den Hund
  • und vieles mehr



Praktische Wissensvermittlung

  • über die gemeinsame Erarbeitung von Hunderegeln
  • über praktische Übungen mit dem Hund
  • über Gruppenspiele zur praktischen Einübung



Wieviel Zeit nimmt das SocialDogs Hunde-ABC in Anspruch ?

Das Konzept ist auf 3 x 2 Schulstunden abgestimmt, kann aber nach Bedarf verkürzt/verlängert werden. Es sind auch einmalige Termine möglich.



Wo wird das SocialDogs Hunde-ABC angeboten ?

Das Angebot richtet sich an interessierte Einrichtungen in Münster, dem Münsterland und im nördlichen Ruhrgebiet. Wir kommen direkt in Ihre Schule oder Einrichtung ! Sollten Sie Interesse haben und weiter entfernt wohnen, so besteht eventuell die Möglichkeit, Kontakt zu Absolventen der SocialDogs Therapiehund-Ausbildung in Ihrer Nähe zu vermitteln.
 


Wie erhalte ich weitere Informationen, Preise, Termine usw. ?

Bitte melden Sie sich per Mail oder telefonisch unter 02502-9018809 bei mir.